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D'Gschicht vo zwei Kinder anara HĂ€x
und amana Bösewicht

D'Gschicht vo zwei Kinder anara HÀx und amana Bösewicht

Mike Konia

KÀmmend doch nöcher I verzell' Eu a Gschicht
Vo zwei Kinder anara HĂ€x
und amana Bösewicht
wenn iar wenn losa, denn spitzen jetzt d'Ohra
und wenn der nit z'lut sin,
denn könn der mi khöra
Im Dörfli am Fluss hen amol zwei Kinder gwohnt
d'Susi het Locka kha, an Struss von ara Pracht
der Daniel hens immer mit Lob belohnt,
er het viel könna und het schöni Sacha gmacht

Amol amana Tag sin dia Kindergo bada
der Daniel het d'Susi uf da GepÀcktrÀger glada
dur da Wald, ĂŒber d'Wiese,
ĂŒber d'Stei bis an Fluss
döt sind's denn ins Wasser
hen sich trockna lo am Schluss
Uf zmol isch a Ma kho, mit glÀnziga n'Auga
und d'Kinder hen Angscht kriagt
das könn iar miar glauba
dÀ Ma het si packt, het'si mitgno ganz gschwind
und tĂŒf in dem Wald sind's verschwunda dia Kind

Im Dunkla vo n'ara Höhli
het ma n'as FĂŒr gseh brenna
vo wit hÀr het ma n'a Flöta spiela khöra könna
wo's nöcher kho sin hen's döt a HÀx gseh sitza
drei Raba hen zuagluagt
wia si an Spiess tuat spitza
Im Kessel uf em FĂŒr het scho an Absud dampft
und hie und da het si a bitz ummagrĂŒart dri
der Ma het nĂŒt gredet nu uf da Boda gstampft
und d'HĂ€x isch ĂŒber dĂ€ Bsuach
gar nit verwunderet gsi
Aber d'Kinder hen Angscht kriagt
im stocktĂŒfa Wald
dia HÀx isch so grusig gsi, hÀsslich und alt
der Bösewicht het usama Zauberbuach glÀsa
het SprĂŒchli ufgseit und denn agfanga losa
uf d'Vögel im Wald wo immer schöner hen pfiffa
der Ma hets verstanda und HĂ€x hets begriffa
und d'Kinder hen trÀumt mit da n'Auga und Ohra
a WĂ€lt isch verschwunda und a n'andari gebora

D'Auga vo der HĂ€x hen agfanga rolla
us em Himmel hets blizt und nĂŒmma höra wella
unter der Ärda hets grumplet
ma het Stimma khört
us em Wald hĂ€r sin LĂŒt kho
vo der HÀx ganz betört
Uf eimol sin alli um's FĂŒr ummatanzet
und d'Kinder hens g'opferet
amana grausama Gott
der Bösewicht het no a gspÀssigi
Predigt abakanzled
und z'Bluat isch scho gflossa
uf em schwarza Schafott
Aber kum sinds denn gstorba
sinds bald wieder gebora
der Daniel als Löwe mit spitziga Ohra
und d'Susi als Fisch imana durchsichtiga Bach
der Löwe isch go luaga was z'Fischli Àcht macht
und jeda n'Obed wenn ders sÀlber wenn gseh
goht der Löwe am Bach no entlang bis zum See
und wÀrs will erlösa vo dem Fluach und dem Bann
muass sÀlber zaubera und verhÀxa wenn er kann

“MĂ€rli” (so der Originaltitel des Liedes) von Walter Lietha wurde 1980 auf dem Album “Liebi Schwizer Guat Nacht” veröffentlicht.