Schwierigkeit T6, II Eine Besteigung des Mürtschenstocks bleibt Routinierten vorbehalten. Nach dem mühsamen Geröllfeld warten steile Schrofhänge, die ein gutes Auge für die optimale Linie erfordern. Die Felspassagen unterhalb des Sattels im 3. Schwierigkeitsgrad sind zwar mit Fixseilen entschärft, bleiben dennoch steil, ausgesetzt und morgens oft feucht. Am Grat selbst wirds luftig, Griffe und Tritte wollen auf Festigkeit geprüft sein. Die schwache Pfadspur ist mit einigen Steinmännern markiert, etwas Gespür für die kleine Linie braucht es dennoch.

Zeit 6–8 Std. ↗️ 1400 m ↘️ 1400 m
Talalp – Alp Hummel – Ruchen-Südgrat – Mürtschenstock – Ruchen: 4–5 Std.
Ruchen-Südgrat – Alp Hummel – Talalp: 2–3 Std.

Ausgangs- und Endpunkt Talalp (1128 m). Mit dem Bus nach Filzbach Post. Entweder in einer guten Stunde zur Talalp oder mit der Sesselbahn ins Habergschwänd. Vom Habergschwänd 15. Min. Abstieg zur Talalp.

Karten 1154 Spitzmeilen

Einkehren und Übernachten Restaurant Vorder Tal, oberhalb Talalpsee, Tel. 079 691 02 21.

Route Vom Talalpsee erst auf dem Fahrsträsschen, dann auf gut markiertem Bergweg zum Spanneggsee hoch, dessen Ufer wird rechts in der Tiefe liegen gelassen. Weiter gut markiert gegen die Mürtschenfurggel vorbei an der Alp Hummel (1560 m). Ca. 500 m weiter, wo der Weg an die riesige Geröllhalde linker Hand stösst, beginnt der mühsame Geröllaufstieg. Etwa auf 1900 m bei der Verengung zum Couloir verlässt ma die Geröllhalde ins steile Schrofengelände nach rechts bzw Süden (T5). Man peilt nun die Scharte (ca. 2240 m) nördlich des grossen Gendarmen im Südgrat des Ruchen an, zuletzt helfen solide Drahtseile über die letzten Meter in die Lücke. Ab hier am steilen, etwas unübersichtlichen Südgrat weiter. Einzelne Steinmänner und Pfadspuren weisen eine Route an den steilsten Aufschwüngen vorbei, erst etwas in der Ostflanke. Unterhalb einem markanten, plattigen Aufschung führt ein Geröllband zu einer kurzen, kaminartigen Kletterstelle im 2. Grad auf die Westseite. Kurz danach wieder auf den Grat aufsteigen und bald flacher über die letzen Meter zum originellen Gipfelmal. Abstieg auf gleicher Route.

Varianten Anstatt unter dem plattigen Aufschwung auf die Westseite zu wechseln, kann auch ostseitig am Grat aufgestiegen werden, das Gelände ist aber ausgesetzter und die steilen Schrofen heikel (T6, kaum Zeitgewinn).

Quelle Coulin, David und Lippuner, Fabian. Ostschweiz: Alpstein, Churfirsten, Glarner Alpen, St. Galler Oberland. SAC-Verlag Schweizer Alpen-Club, 2012.

Mike Konia

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